Papier schöpfen


Papier schöpfen – Eine uralte Kunst

Die alten Chinesen kannten schon im Jahr 105 nach Christus die Kunst des Papierschöpfens. Überlieferungen zufolge waren sie die ersten, die aus Seidenresten Papierrohstoff entwickelten. Das Geheimnis der Herstellung hielten sie über fünf Jahrhunderte streng geheim. Sie verfeinerten es jedoch in dieser Zeit und verwendeten nicht nur Seidenreste, sondern auch Pflanzenfasern, Baumrinde und alte Fischernetze.

Auf Basis dieser traditionellen Papierherstellung laden die unterschiedlichsten Kräuter- und Früchtetees dazu ein, selbst bei der Einfärbung zu experimentieren. Sie färben das Papier dezent ein und verleihen ihm eine einzigartige Struktur.

Rot erzielt man beispielsweise mit Tee aus Rosenblüten, Hibiskus und Hagebutte und ein Heidelbeertee färbt das handgeschöpfte Papier im zarten lila. Kamillentee lässt das Papier gelb schimmern und Pfefferminz- oder Löwenzahntee hellgrün.

Laub, Blüten, Tannennadeln und getrocknete Kräuter kannst Du direkt in das Papier einwalzen und erzielst so besonders dekorative Effekte. Einen zarten Duft erhält das Papier, wenn Du aromatisierte Kräuter- oder Duftöle verwendest.

Handgeschöpftes Papier— immer einzigartig schön

Papier selber machen ist in der heutigen Zeit ein neu entdecktes DIY-Projekt. Die Herstellung ist ganz einfach und man benötigt oftmals Materialien, welche man schon zuhause hat. Hier zeigen wir Dir, welche Zutaten Du brauchst und wie Du das Papier optisch verzieren kannst.

Zunächst benötigst Du eine Pulpe

Step 1:

Zerreiße dazu Zellulose, Servietten, Eierpappen u.ä. in kleine Stücke und vermische sie mit heißem Wasser. Sobald daraus eine breiige Konsistenz entstanden ist, kannst Du die Mischung über Nacht aufquellen lassen. Zerkleinere die Masse anschließend mit einem Pürierstab oder mit dem Mixer. Die entstandene Pulpe soll die Konsistenz von einem Rührteig haben.

Step 2:

Nun benötigst Du einen Schöpfrahmen und eine Wanne. Diese muss etwas größer als der Rahmen sein. Befülle die Wanne bis zur Hälfte mit Wasser und gebe etwas von der Pulpe hinzu. Je mehr Pulpe Du in die Wanne gibst, je dicker wird anschließend das Papier.

Verrühre die Pulpe nun nun mit dem Wasser und tauche unmittelbar danach den Schöpfrahmen schräg in das Wasser. Richte den Rahmen waagerecht aus und hebe ihn vorsichtig aus der Flüssigkeit heraus. Lass die Pulpe nun für ca. fünf Minuten abtropfen.

Papier dekorativ verzieren

Es gibt viele Möglichkeiten, selbst geschöpftes Papier zu verzieren. Ist die Masse im Schöpfrahmen grob abgetropft, kannst Du beispielsweise getrocknete Lavendelblüten darauf verteilen und etwas einwalzen. Dazu eignet sich am besten ein Acrylstab. 

Step 3: Papier gautschen

Lege die Arbeitsfläche mit einer wasserdichten Unterlage aus. Darüber kommt ein Frotteetuch. Lege ein Handtuch auf den Papierbrei im Schöpfrahmen. Kippe den Rahmen nun auf die vorbereitete Arbeitsfläche und klopfe leicht darauf, damit sich der Brei löst. Lege ein weiteres Handtuch auf den Papierbrei, sodass dieser zwischen zwei Tüchern liegt. Mit einem Acrylstab o.ä. wird nun das Wasser aus dem Brei gerollt . Diesen Arbeitsschritt nennt man „Gautschen“. Das obere Putztuch sollte dabei immer wieder ausgewrungen oder durch ein trockenes Tuch ersetzt werden, bis das Papier fast trocken ist.

Schau zu und mach mit:

Verwendungsmöglichkeiten von Büttenpapier

Handgeschöpftes Büttenpapier lässt sich wunderbar für die Kartengestalten, als Lesezeichen, zur Geschenkverpackung, für Dekorationszwecke uvm. verwenden. Auch kleine Dekoanhänger für Zweige oder Serviettenringe für die Tischdekoration sind beliebte Accessoires und schnell gemacht. Wir wünschen Dir viel Spaß beim Schöpfen und dem Verarbeiten des handgeschöpften Papiers.